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Meldung der Woche

BBV Unterallgäu traf sich mit Abgeordneten

Der BBV Unterallgäu hat sich kürzlich mit Wirtschaftsstaatssekretär Franz Josef Pschierer (CSU) und Landtagsabgeordnetem Klaus Holetschek (CSU) zu einem agrarpolitischen Gespräch getroffen. Ausführlich wurden den beiden Abgeordneten die Pläne für die Novellierung der Düngeverordnung vorgestellt und aus spezifischer Unterallgäuer Sicht dargestellt, welche geplanten Änderungen unnötig, wenn nicht unsinnig seien. So wie beispielsweise die verpflichtende Dokumentation und Einhaltung der Düngebedarfsermittlung einschließlich Sollwerten für alle Kulturen, Verlängerung der Sperrfristen vor allem auf Acker, Ausdehnung der Düngelagerkapazität, verpflichtende Einführung von Gülleausbringungstechnik, Vorgaben bei bestimmten Hangneigungen und das Fehlen einer Derogations-, also Ausnahmeregelung. Es müsse eine Ausnahmeregelung mit mindestens 250 kg N/ha kommen, forderten die BBV-Vertreter. Im Bereich des Pflanzenschutzmittelpaketes bzw. der Pflanzenschutzsachkunde forderte Kreisbäuerin Margot Walser, dass es für die Einzelpflanzenbekämpfung bei Ampfer eine Ausnahme für die vorgeschriebene Sachkunde geben müsse, weil hier möglichst umweltschonend nur geringste Mengen an Pflanzenschutzmittel ganz gezielt an die Pflanze gebracht werden. Stellvertretender Kreisobmann Paul Huber erläuterte die Agrarreform bzw. das Greening. Der BBV fordere hier, dass die ökologischen Vorrangflächen so bebaut werden dürfen, dass die darauf wachsende Frucht auch im Betrieb verwendet werden kann. Die Anrechnungsfaktoren für Zwischenfrucht, Legominosen etc. müssten angehoben werden, Düngung und Pflanzenschutz erlaubt sein, betonte Huber.
In Punkto Flächenschutz und ökologische Ausgleichsflächen forderte Geschäftsführer Helmut Mader, dass man davon wegkommen müsse, einfach hochwertige Acker- und Grünlandflächen aufzukaufen und diese dann irgendwie zu ökologisieren. Vielmehr müsse man in Richtung der produktionsintegrierten Kompensationsmaßnahmen kommen, bei denen die Ausgleichsflächen gerade noch in der landwirtschaftlichen Produktion bleiben können und dennoch eine ökologische Aufwertung stattfindet.
Auch mit der Novelle des Arzneimittelgesetzes (Antibiotikamonotoring) kann sich der BBV so nicht abfinden. Die Durchführung wird für die Mastbetriebe viel  zu aufwändig und bürokratisch. Außerdem müsse verhindert werden, dass die männlichen Kälber der Milchviehbetriebe unter die Aufzeichnungs- und Monotoringpflicht fallen. Der BBV plädiert dafür, die männlichen Kälber bis zehn Wochen freizustellen. Beim EEG müsse Wert gelegt werden auf Vertrauensschutz für bestehende Anlagen und Vertrauensschutz für geplante Investitionen. Wenn man die Energiewende wolle, müsse man auch die erneuerbaren Energien fortführen. Es könne nicht sein, die erneuerbaren Energien wirtschaftlich tot zu machen und dafür Braunkohlestrom aus dem Norden zu importieren, argumentierten die BBV-Verantwortlichen. Auch das Thema Futtertrocknungen wurde angesprochen. Die Genossenschaften fordern, nach dem Wegfall der alten Förderung die Einführung einer neuen, weil einige finanziell mit dem Rücken zur Wand stehen. Lob ernteten die beiden Abgeordneten für die 32 Mio.  EUR die der Bayerische Staat im Nachtragshaushalt für die 2. Säule zur Verfügung gestellt hat.    bbv

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